ElbtunnelMarathon

Als der Elbtunnel 1911 eröffnet wurde, war er eine techn. Sensation. Seit dem Bau des neuen Tunnels1975 ist der 426,5 m lange Alte Elbtunnel ein nostalgisches Stück Hamburger Geschichte. Der markante quadratische Kuppelbau an den St. Pauli-Landungsbrücken beher- bergt die Maschinerie für die vier großen Fahrkörbe, die Menschen und Fahrzeuge seit 1911 in fast 24 m Tiefe transportieren, wo zwei gekachelte, 6-m-Durchmesser Tunnelröhren zum südlichen Elbufer nach Steinwerder führen. Für Fußgänger ist der Tunnel immer geöffnet, für Autos ist die Durchfahrt Montag bis Freitag von 5.30 bis 20.00 Uhr möglich.

Streckenbeschreibung:
Beide Elbtunnelröhren, insgesamt 48 Runden plus 396,6 Meter, davon etwa je ein Drittel leicht abfallend eben und leicht ansteigend, zusammen etwa 150 Höhenmeter.Die Strecke ist vollständig asphaltiert
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Hamburger Elbtunnelmarathon, mehr als nur Laufen – Ein Bericht von Fritz Rietkötter

Es sollte ein besonderes Laufwochenende werden - den Elbtunnelmarathon als erstes Marathonevent in diesem Jahr und dazu ein gepflegtes Rahmenprogramm in Hambrug. Ohne zuviel vorweg zu nehmen: es kam auch so – der WLT machte durch einen erfolgreichen Lauf auch in Hamburg auf sich aufmerksam und alle hatte den nötigen Spass auch außerhalb der Laufveranstaltung!

Wir (Bernd, Heike, Fritz und Maria) hatten alles im Griff. Der Samstag startete mit einem gemeinsamen Frühstück bei Familie Eylers. Anschließend ging es Richtung Hamburg. Sonniges Wetter, freie Autobahn und das Hotel vor Augen, die Strecke war im-nu bewältigt. Nachdem die Zimmer im RadissonSAS bezogen waren ging es zur Shopping – Tour in Richtung Innenstadt – Hamburg hat schließlich einiges zu bieten.

Pünktlich um 15.30 Uhr startete dann der erste Teil der Veranstaltung zum Elbtunnelmarathon mit einer Hafenrundfahrt und der anschließenden Startnummern – Ausgabe, alles vom 100MarathonClub bestens organisiert. Nur gut, dass die Veranstalter bereis während der Hafenrundfahrt an die Regel Nummer eins aller Marathonläufer gedacht haben: viel trinken! Das haben wir dann auch direkt in die Tat umgesetzt. Die Startnummernausgabe in der Jugendherberge bei den Landungsbrücken wurde von einem Bericht über die Teilnahme an einem Sibirienmarathon bereichert, was zu interessanten Eindrücken und Gedanken führte.

...da war die Welt noch in Ordnung, wenn auch mit schlechtem Wetter...

...eine Reise, die ist lustig...

...runter in die Röhre, Elbtunnelmarathon 2007 mit dem Wildeshauser Lauftreff...

Egal, anschließend ging es traditionsgemäß zum Italiener, um die nötigen Kohlenhydrate (in Form von Nudel) in gediegener Atmosphäre zu verspeisen. Mit Blick über den Hamburger Hafen machte es gleich doppelt viel Spass, die Nuddeln vom Teller zu ziehen. Den passenden Abschluss fand der Tag dann in der Mai-Tai – Bar des RadissonSAS, wo bei einem süffigen Cocktail die Wettkampf – Strategie für den kommenden Tag festgelegt wurde. Eines war nämlich schon vor Wettkampfbeginn klar: das Wetter konnte keiner als Ausrede für einen verpatzten Lauf geltend machen. Ausnahme vielleicht: wenn der Elbtunnel voll Wasser läuft, dass wurde aber sofort ins Reich der Spekulationen verwiesen. Der zeitige Zapfenstreich für Läufer und Fans war natürlich selbstverständlich.

...Eingang wird saniert, draußen regnerisch, drinnen kein Regen, echt toll...

Nachdem am Wettkampf Morgen das wettkampfgerechte Frühstück eingenommen war folgt wieder der obligatorische Pressetermin und anschließend die Abfahrt zum Wettkampfort. Es ist schon ein seltsames Gefühl, einen Marathon unter dem Wasser zu laufen. Der Elbtunnelmarathon ist übrigens der einzige Marathon, der komplett unter dem Wasser stattfindet. Das elitäre Läuferfeld, limitierte 280 Startplätze waren im Vorwege vergeben worden und der WLT hatte gleich zwei Läufer am Start, fand sich dann auch schnell im Elbtunnel ein. Eine ruhige und harmonische Atmoshäre, ganz anders als die hektische Betriebsamkeit vor den großen Stadtmararthons, machte sich breit. Umziehen, aufwärmen und mental auf die 48 Runden á 850 m (zuzüglich ein paar Meter zur Komplettierung der Marathondistanz) vorbereiten – der Elbtunnel bietet eine Besonderheit: hier kann man die Strecke vor dem Start abgehen, ohne sich zu verausgaben...

Dann war es soweit, pünktlich um 11.00 Uhr (na ja nicht ganz pünktlich, so gegen 11.10Uhr) ertönte das Startsignal. Das Läuferfeld setzte sich in Bewegung und schnell kam die Erkenntnis: so ganz alleine wird hier keiner bleiben. Wer sich jetzt noch keine Gedankenspiele für die nächsten Stunden zurecht gelegt hat, der hatte ein echtes Problem. Denn dieser Marathon stellt gerade an die innere Einstellung der Läufer eine hohe Anforderung. Die ersten Runden flogen dahin, immer mit den Gedanken an die Rundenzeit, schließlich sollte am Ende eine Zielzeit von mind. 4,00 Stunden stehen. Irgendwie kam der nötige Laufrhythmus aber erst ab Runde 8. Das Problem Rundenzählen hatte ich für mich auch gelöst: Gummibänder am Handgelenkt waren das Maß der Dinge. Immer ein Band für 2 Runden. Erst 6 Bänder von rechts nach links, dann 6 Bänder von links nach rechts – na ja und so weiter. Ergebnis war, dass ich mich irgendwo um Runde 30 verzählt haben musste. War ich jetzt schon zwei Runden gelaufen? Hätte das Band jetzt von links nach rechts oder von rechts nach links gezogen werden sollen? Mit zunehmender Dauer des Rundenlaufens lies die Konzentration bei mir doch merklich nach. Dafür fing ich an, die Kaugummiflecken auf der Laufbahn – Fahrbahn – zu zählen. Irgendwo bei 123 habe ich damit aber auch aufgehört.

Das tolle am Elbunnelmarathon: man kommt 48mal am eigenen Fanclub vorbei und kann 48mal die Verpflegungsstelle anlaufen. Wer aber 48mal was trinkt, der kann sich ausrechnen, wann der Magen zum Wasserballon wird und wann er austreten muss. Da es zwangsläufig keine Bäume unter der Elbe gibt, müßte eines der 6 DixiKloos herhalten, dass musste ich aber nun wirklich nicht haben, also habe ich mich mit trinken im üblichen Rahmen gehalten.

Die vielen Fans der anderen Läufer kannte man dann auch spätestens nach Runde 20 alle persönlich - ein sehr familiärer Lauf eben.

Irgentwann, so um Runde 38, begann das, wofür jeder Marathon bekannt ist. Es kam der Zeitpunkt, ab dem man kämpfen musste. Kämpfen mit sich, dem inneren Schweinehund und vor allem mit der Strecke. Was bei der anfänglichen Streckenbesichtigung noch ganz easy aussah nahm jetzt unangenehme Züge an. Die leichte Steigung in jeder Tunnelröhre wurde für den Körper zu einer echten Herausforderung. Immer am Anfang der beiden Röhren (oder am Ende der Röhren, kommt drauf an, von wo man schaut – ist aber auch egal, eben zweimal Steigung) machte die Fahrbahn einen leichten Anstieg zu den Fahrstühlen –die hätte ich auch gerne viel früher wieder benutzt. Diese Steigung war nicht sonderlich lang und hoch, so schien es, doch mit zunehmender Dauer wurde sie zu einer echten Herausforderung für Körper und Geist. Wer beim Elbtunnelmarathon psychisch nicht absolut gefestigt ist, für den ist dieser Lauf wohl nicht zu empfehlen.

Und immer wieder die Anfeuerung unser Fangruppe, die ebenfalls auf einer Woge der Begeisterung zu schwimmen schienen. Lautstarke Anfeuerung und das ständige Blitzlichtgewitter, dass von Maria und Heike ausging, führten dazu, dass ein Reporter des Hamburger Abendblattes auf die Beiden aufmerksam wurde. Für die interessierten Hamburger abgelichtet und mit einem intelligenten Zitat verewigt, werden sie die Montagsausgabe des Blattes schmücken. Der WLT wird eben in der Sportwelt wahr genommen. Egal ob WLT.Läufer oder WLT.Fan, „mir sein’ mir“.....

Und dann kam, was kommen musste: Der Lauf neigte sich dem Ende. Die letzte Runde wurde eingeläutet. Es hiess Abschied nehmen! Abschied von den über 200 Kaugummiflecken auf der Fahrbahn, von den weit über 30.000 Kacheln an der Wand, die einem so lieb geworden sind. Leider hatte ich nicht mehr die Zeit, ihnen einen Namen zu geben... Vor der Zielgerade musste nochmals das Outfit gerichtet werden und dann ging es durchs Blitzlichtgewitter mit einer Zeit von 3:51 (Bernd) bzw. 3:52 (Fritz) über die Ziellinie. Ein absolut erfolgreicher Lauf, zumal wir mit unserer Zeit im ersten Drittel der Finisher landeten und uns so die Ehre zu teil wird, auch 2008 wieder ein echtes Laufwochenende in Hamburg unter der Elbe durchführen zu können!

Die Veranstalter vom 100MarathonClub haben eine familiäre Veranstaltung zu bieten, die ihres Gleichen auf der Welt sucht. Komplett unter dem Wasser, limitiertes Läuferfeld und eine Laufstrecke (der Alte Hamburger Elbtunnel wurde 1911 eröffnet), die den Flair der Geschichte trägt, machen diesen Lauf einzigartig und unvergesslich.

...Verpflegungspunkt, 48mal der selbe, man kannte sich mittlerweile ...

...die Karavane der Laufbegeisterten. Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann sich hier jeder stellen, Zeit fürs nachdenken ist genug da...

...es geht immer weiter, auch wenn man denkt, sich im Kreis zu drehen...

 

Imperssionen rund um den einzigen Marathon unter dem Wasser!

Elbtunnelmarathon 2007 mit dem Wildeshauser Lauftreff

 

...Wegweiser, damit sich keiner verläuft, wäre ja ärgerlich...

...Licht aus, aber mein Zählsystem funktioniert trotzdem...

Link zu den Presseberichten über die WLT Teilnahme: Pressebrichte

 

...48mal Ziel und doch kein Ende, da läuft die Schweiz, natürlich hinter den WLT.Läufern...

.. und immer wieder in die nächste Runde

oder anders formuliert:und tschüss...

...Ziel, irgentwann ist alles vorbei...

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