GorchFockMarathon

Laufbericht von Fritz Rietkötter zum 10. Gorch-Fock-Marathon am 21.06..15 in Wilhelmshaven, direkt an der Nordsee....

Der 10. Gorch-Fock-Marathon in Wilhelmshaven sollte einige Überraschungen bereithalten. Denn neben dem „Fragenzeichen“ hinter der allgemeinen Witterungslage, es war schließlich direkt an der Nordsee und dort gehört z.B. Wind zum guten Ton, gab es vorweg auch einen skeptischen Blick auf die eigentliche Streckenführung. Die war schließlich geprägt von der „norddeutschen Gradlinigkeit“, will heissen: viele Geraden….

Aber egal, es galt einen Marathon zu laufen und zu erkunden, wie sich das wirkliche Geschehen darstellt. Also ging es am Sonntag Morgen mit Astrid, die dort ihren ersten 10km Lauf absolvieren wollte, auf in Richtung Wilhelmshaven. Begrüßt wurden wir bei der Anfahrt von einigen dunkeln Wolken, die aber -das sei vorweg gesagt- sich an der Nordsee mächtig dünne gemacht haben. Resultat war ein optimales Laufwetter um die 18Grad mit sonnigen wie leicht bewölkten Passagen und jede Menge guter Nordseeluft.

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Versorgungshund, hier packen alle mit an!

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Im Startbereich war jede Menge los!

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Kleiderbeutelabgabe, unkompliziert!

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und ein internationales Läuferfeld

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Start/Zielbereich, toll mit Rasen zum späteren Beine-Hoch

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Erst zuschauen, dann selber rauf auf die Strecke

Schon der Start-/Zielbereich und die Startnummernausgabe im / um dem Gorch-Fock-Haus zeigten, dass diese Laufveranstaltung optimal organisiert und von vielen, motivierten Helfern „getragen“ wurde. Nachdem wir unsere Startunterlagen abgeholt und ein den sich füllenden Start-/Zielbereich erkundet hatten, ging es zunächst um 9.30h für Astrid auf die 10km Strecke und anschließend für mich um 9.45h ins Marathonerlebnis.

Die Marathonstrecke führte zunächst durch die City von Wilhelmshaven, dann raus aus der Stadt und entlang eines Kanales zu einer kurzen Pendelstrecke. Von dort ging es schließlich ran an die Nordsee. Schon zu Beginn des Laufes kam die Sonne etwas raus, was alles gleich deutlich angenehmer aussehen ließ. Zudem gab es auf dem ersten Teilstück noch die Gelegenheit, mit dem einen oder anderen Läufer einen kurzen Plausch zu halten. Hierbei lernte ich schließlich zwei Läufer aus Visbek kennen, wie klein die Welt doch ist. Außerdem „fand“ ich Ingo, mit dem ich beim Madeira Marathon gestartet bin sowie den einen oder anderen Laufbekannten, die man eben Marathonveranstaltung immer wieder trifft.

Den ersten echten Höhepunkt gab es auf dem Deich. Hier war Ruhe pur angesagt. Rechts das Wattenmeer, das glitzernd in der Sonne lag. Links am Deich lagen die Schafe und schauten teilweise etwas fragend drein, wer da ihre Ruhe störte. Abrundet wurde das Panorama von einem teilweise blauen, wolkenlosen Himmel sowie einer nur sehr leichten frischen Brise. Selbst Möven mit ihrem typischen „Geschrei“ ließen sich nicht blicken. Herrliche Ruhe also, um seinen Gedanken nachzuhängen und den Lauf zu genießen. Im Wattenmeer sah man von weitem einen Leuchtturm. Dazu lagen einige kleinere Boote im Schlick vor Anker, die auf die nächste Flut warteten. Ein beschauliches Idyll bot sich hier dem Läuferfeld. Nun gut, wie auch immer, es war Marathon. Also weiter in der Laufkonzentration und ran an die nächsten Kilometer.

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tolle Stimmungsmacher!

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Tollen Job gemacht!!

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und im Hintergrund die Nordsee!

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und immer ein Lächeln dabei!

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Deich, immer dran lang oder drauf...!

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Die Versorgung war klasse, vorallem im Ziel mit Melone!

Nun ging es Richtung Hafen. Links am Deich tauchten die ersten Häuser auf, die Deichpromenade war von jede Menger Strandkörbe gesäumt, die zum Teil besetzt waren. Hier gab es auch wieder viel Anfeuerung. Eine Frauen Gruppe hielt ein großes Plakat über den Weg und grüßte alle Gorch-Fock-Läufer, das war eine sehr schöne Aktion. Wobei man sowieso festhalten muss, dass selbst die Spaziergänger die hier zufällig des Weges kamen, jeden Läufer anfeuerten. Alles in allem ein toller Lauf, der sich hier so langsam entwickelte.

Vom Hafen ging es entlang einer, wie sollte es anders sein, langen Geraden wieder in Richtung Stadt. Nochmals an einem Hafenbecken vorbei, dann links und schließlich kam das Start-/Zielgebiet in Sicht. Kurz zuvor wurden wir Marathonläufer auf die zweite Runde geschickt. Durch die fehlenden Halbmarathonis, die nun Richtung Ziel abbogen, wurde es merklich ruhiger. Jetzt fing langsam der eigentlich Marathon an. Jetzt ging es darum, die Laufkonstanz zu halten. Schließlich wollte ich einen Schnitt von 6min/km gelaufen, was am Ende 4:12h bedeuten würde. Ein Blick auf die Pulsuhr zeigte, dass alles im grünen Bereich war. Sowohl Puls als auch die bislang absolvierte Geschwindigkeiten lagen voll im Soll. Der zweite Teil der Strecke konnte also planmäßig angegangen werden.

Somit wieder rauf auf die erste Gerade. Cirka 2km durch die City. Jetzt, so gegen kurz vor12h war es merklich ruhiger. Die leichte Steigung in der Stadt flog dahin, es folgte eine kurze Passage mit alten Arbeiterreihenhäuser im typischem roten Klinker. Hier schauten die Bewohner noch immer dem Treiben zu und feuerten uns an. Dann folgte abermals die nächste Gerade, raus aus der Stadt. In dieser Passage konnte man wieder schön sehen, wie die Straße einer geringen aber stetige Steigung folgt. Nichts ist schlimmer als diese vermeintlich leichten Steigungen, die immer kraft und Konzentration fordern. Tempo halten, dachte ich so bei mir und durch. Schließlich sollte ja gleich abermals der Deichbereich folgen. Auch wenn die Steigung nicht sonderlich hoch war, auf die Distanz hin merkte man diese dann doch. Mit einer Rechtskurve ging es wieder an den Kanal, bevor die Pendelstrecke auf das Läuferfeld wartete. Hier am Kanal ging es schließlich auch an die ersten Überholungen. Man merkte deutlich, welche Läufer ihre Kräfte einzuteilen wussten und wer bereits jetzt zu kämpfen hatte. Auf der Pendelstrecke gab es dann die Gelegenheit, einen Blick in die Gesichter der nach mir folgenden Läufer zu werfen. Der Rückweg vom Wendepunkt gab zudem die Möglichkeit abzuschätzen, wie weit die nachfolgenden Läufer entfernt waren. Alles in allem eine gute Möglichkeit, die eigene Position zu checken. Und wieder weiter Richtung Deich, wo dieSchafe und jede Menge Ruhe auf uns warteten.

Direkt zu Beginn auf dem Deich gab es eine Versorgungsstelle. Wie alle Verpflegungspunkte war auch diese vom Standort sehr gut gewählt, schließlich folgte danach die ca. 5km Deichgerade („Gerade“, wie sollte es auch anders sein…) Außerdem waren immer freundlichen und motivierten Helfern am Werk. Mit norddeutscher Gelassenheit und immer einem Lächeln haben alle Helfer einen tollen Job gemacht. Das war schon auffällig! Dafür hier nochmals Danke!

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es ging Mitten durch die Stadt!

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Der Zielbereich, Gänsehaut-Feeling-Pur!

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auch die Kleinen hatten ihren Spass

Dann wieder die lange Gerade am Deich entlang. Die Schafe lagen noch immer auf ihren Plätzen, nur das Wattenmeer macht sich langsame dünne. Das steigende Nordseewasser spürte man förmlich bei jedem Atemzug. Jetzt, so gegen km28, wurde es deutlich anstrengender. Auch wenn keine Steigung und kaum Wind zu spüren war, es wurde zäher. Die Sonne kam wieder etwas raus und in der Ferne tauchte abermals Wilhelmshaven auf. Wieder entlang der Strandkorbreihen, in einem rechts- / links Bogen durch den Hafen und wieder rein in die lange Gerade Richtung Stadtzentrum. In dieser Passage ging es dann vornehmlich darum, die Laufzeit zu halten und die eigene Position im Läuferfeld zu sichern. Wieder ein, zwei Läufer überholen, wieder die Laufgeschwindigkeit am nächsten km-Schild checken. Ein letztes Mal durch die Stadt und dann rauf auf die Zielgerade. Hier waren wieder applaudierende Zuschauer, aus den Boxen dröhnte der Beat. Eine tolle Zielgerade, für die sich die Mühen wiedermal gelohnt habe. Mit 4:13:00h blieb die Uhr schließlich fast exakt auf der angepeilten Zielzeit stehen. Im Zielgebiet kam mir schon überglücklich Astrid entgegen, die ihren ersten 10km Lauf gefinisht und 0:58h eine richtig gute Zeit erlaufen hat. Es war also alles in aller bester Ordnung.

Das Fazit zu dem Gorch-Fock-Marathon in Wilhelmshaven, direkt an der Nordsee, ist rundum positiv. Eine sehr familiäre Veranstaltung mit vielen freundlichen und motivierten Helfern. Dazu eine tolle Strecke durch Wilhelmshaven, an der Nordsee entlang und durch den Hafen mit den Marien-Musseumsschiffen der Bundeswehr. Das ist schon absolut außergewöhnlich und interessant. Alles zusammen eine wirklich tolle Kulisse für den Gorch-Fock-Marathon. Ich werde bestimmt wiederkommen.

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Hurra, geschafft!

Bildquelle: da leider meine Kamera, vermutlich wegen der tollen Stimmung, im Startbereich ihren Dienst quittiert hatte, sind nur die oberen Bilder von mir. Alle “schmalen” Bilder wurden freundlicherweise vom OrgaTeam des Gorch.Fock-Marathon zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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