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Hier findet Ihr die Laufberichte von 2010 + 2013

ECUMedaillie3-350

EuropaCup der UltraMarathons 2013.

3 UltraMarathons - 3 Jahreszeiten - 3 Regionen - 3 Herausforderungen

Übersicht aller drei Läufe: ECU

Schlammschlacht am Rennsteig – 72,7km UltraMarathon am 25.05.2013 Ein Laufbericht von Fritz Rietkötter

Auf der Medaille vom Rennsteiglauf steht drauf „Hart aber schön“. Das dieses Motto wieder einmal wahr werden sollte, war jedem Teilnehmer dieser, nach Veranstalterangaben größten „Cross-UltraLauf Europas“, schon bekannt.

Aber der der Reihe nach. Für das Wochenende des UltraMarathons war 85% Regen vorher gesagt, also durfte man sich mit einem feuchten Lauf schon im Vorwege gedanklich auseinander setzen. Los ging es am Freitag morgen in Richtung Rennsteig und erstmal rein in einen satten Stau auf der A7. Anschließend im gemächlichem Tempo über die Landstraßen Thüringens, um schließlich zunächst in Oberhof einen Zwischenstopp zu machen, wo die Startunterlagen Halbmarathon für Maria abzuholen waren. Nach einer kleinen Ortsbesichtigung ging es dann weiter nach Eisenach, wo wir unser Hotel hatten und die Startunterlagen für den UltraMarathon ausgegeben wurden. Sowohl in Oberhof als auch in Eisenach war jede Menge los. Die Stimmung im Festzelt auf dem Eisenacher Marktplatz, wo nicht nur die Pasta-Party (hier Knödel-Party) statt fand, sondern auch Live-Musik für aller beste Laune sorgte, war toll.

Der nächste Morgen startete um 4Uhr. Dem Blick auf den Wecker folgte der bange Blick nach draußen. Sollten wir tatsächlich Dauerregen den Tag über erleben? Es sah zunächst nicht danach aus aber es waren ja auch 15% ohne Regen angesagt. Die mussten aber nicht schon vor dem Start aufgebraucht werden, dachte ich noch so bei mir hakte damit dieses Thema innerlich ab. Ein schöner Sonnenaufgang über den Höhenlagen des Rennsteig belohnte für das frühe Ausstehen. Nach dem Frühstück ging es schließlich in den Startbereich auf den Marktplatz nach Eisenach. Maria, die von Oberhof zum Halbmarathon startete, setzte mich am Rathaus ab und machte sich auf den Weg zu ihrem 50km entfernten Startbereich.

Gruppe-1-2013RS

Die WLTler, nicht im Bild (Rudi und Maria)

Zelt-1

Bierchen im Zelt, nachdem die Startunterlagen abgeholt waren...

Morgens-1

Morgens um 5Uhr auf dem Marktplatz in Eisenach, es ist Zeit...

Start-1

kurz vor dem Start um 6Uhr in Eisenach, Konzentration aufbauen..

In Eisenach füllte sich der Startplatz merklich. Es waren knapp 2.300 Starter zum Ultramarathon gemeldet. Unsere WLT.Gruppe fand sich schließlich auch und so gab es noch den einen oder anderen „klugen Spruch“ und schließlich folgte der Count-Down zum Start. Pünktlich um 6Uhr schickte der Veranstalter das Läuferfeld auf die Strecke. Erst durch die Innenstadt von Eisenach und dann durch das Stadttor raus in den Thüringer Wald zum Rennsteig.

Die ersten Kilometer verliefen unruhig, immer wieder stockte das Läuferfeld ein wenig und nach knapp 2km folgte bereits die erste Steigung. Hier gab es nicht viel Zeit, den eigenen Laufrhythmus zu finden, hier ging es sofort zur Sache. Der Puls schoss hoch, der ersten Steigung folgte direkt die Nächste. Der Laufuntergrund wurde steiniger, matschiger. Dennoch blieb auch etwas Zeit, um den herrlichen Sonnenaufgang über den Bergen des Thüringer Waldes weiter zu genießen. Hier zeigte sich bereits, dass das Motto „Hart aber schön“ auch für diesen Lauf gelten sollte. Und das Wetter? das Wetter hielt. Leicht bewölkt und Temperaturen um die 4 Grad ließen bestes Laufwetter erwarten, auch wenn die Wege durch die Regengüsse der letzten Tage aufgeweicht und total vermatscht waren. Petrus ist ein Läuferfreund, keine Frage, denn den gesamten Lauf über gab es kein Regenschauer. Damit lag ich bei meiner Kleiderwahl zwar etwas daneben, aber das war zu verkraften. Im ersten Teil des Tages kroch die ständige Kälte in die Kleidung, auf dem höchsten Punkt des UltraMarathons lag sogar noch Schnee und im zweiten Teil wurde einem auch wieder gut warm. Es wurde alles geboten und im Durchschnitt passte es.

hubschrauber

Hubschrauberbegleitung auf den ersten Kilometern

Stadt-1

durch die Innenstadt von Eisenach

stadttior

durchs Stadttor und dann ab aufn Rennsteig

Die nächsten Kilometer ging es beständig bergauf. Kilometer um Kilometer den Berg hoch. Dazu der matschige Weg, teilweise Geröllpassagen, mit Wurzelwerk übersäte Teilstrecken. Hier musste man genau hinschauen, wo man hintritt. Dazu immer wieder mein Blick auf die Pulsuhr. Nur nicht zu schnell, nur nicht den Puls überdrehen, dachte ich mir. Ein zu schnelles angehen bezahlt man bei solchen Läufen immer auf den letzten 10 Kilometern. Also beharrlich weiter. Das Ziel war ein Schnitt um die 7min/km, was eine Zielzeit von ca. 8:30Std ergeben sollte.

Und wieder ein Berg rauf, wieder jagt der Puls hoch, wieder darauf achten, dass man nicht zu viel Zeit verliert, die bei der nächsten ebenen oder abschüssigen Strecke aufgeholt werden musste. Wieder der Blick auf den Puls und immer wieder die Erkenntnis, dass alles rund läuft.Die Fitness stimmt, die eigene Lauftaktik ging Kilometer um Kilometer auf. Dann bei km33 einer der sprichwörtlichen Höhepunkte des Laufes. Hier war einer von zwei Punkten erreicht, die am höchsten liegen. Kurz nachdem dieser Punkt erreicht wurde und ein herrlicher Blick in die Ferne wieder für Motivation sorgte, ging es rapide bergab. Jetzt nur genau hinschauen, dachte ich. Dazu wieder der rutschige Matsch. Hier wurde es schwierig vorwärts zu kommen. Und immer das gleiche Gefühl, wenn es bergab ging. Die Oberschenkel schmerzen, da sie das ganze Körpergewicht abfangen müssen. Ich dachte an meine Schulzeit „Masse mal Geschwindigkeit ist …“ aber egal, Konzentration auf die Wegstrecke war angesagt. Nur kein unachtsamer Schritt, nur keine ungewollte Rutschpartie. Diese Art der Wegstrecken folgten später abermals.

Es ist schon interessant, wenn man den Berg rauf läuft und einem von oben das Wasser entgegen kommt. Die matschigen Streckenbereiche durchläuft und ein Gemisch aus Wasser Matsch kurz davor ist, oben in die Schuhe zu laufen. Dazu immer wieder die Baumwurzeln, die im Weg wachsen und durch die Nässe ebenfalls glatt sind. Interessant auch eine Passage, wo man bergab über eine Wiese auf eine Verpflegungsstation zuläuft und plötzlich bemerkt, wie der aufgeweichte Wiesenboden, über den vorher neben Maria schon weit über 8.000 Halbmarathonis liefen, nachgibt und man in eine Wasser durchtränkte Grasnarbe tritt, dazu bergab läuft und sich fragt, wann rutscht man auf dem glatten Untergrund weg, Rennsteig eben….

Sonnenaufgang-1 Aufstieg-1
Matsch-1

Doch alles ging gut, die Zwischenzeit passt, die nächste Verpflegungsstation kam in Sichtweite. Endlich wieder Auftanken. Gut verpflegt ging es weiter. Die Laufzeit bei den nächsten Kilometer – Schildern wirkte wieder motivierend. Die angedachte Laufzeit hielt perfekt. Schließlich folgte ab Kilometer 60 der Anstieg zum höchsten Punkt dieses UltraMarathons. Es ging von knapp über 800Meter innerhalb von wenigen Kilometern auf 973Meter über NN. Jetzt zeigte sich zum ersten Mal, ob die Kraft reichen würde, um auch hier mit nicht all zu viel Zeitverlust durchzukommen. Es ging mühselig den Berg hinauf. Der Puls hämmerte, die Muskeln zeigten an, dass es sie auch noch gibt. Konzentriert gegen die Steigung arbeiten, keinen unnötigen Gedanken an irgendetwas verschwenden, alles auf den Anstieg konzentrieren. Und plötzlich war ich oben, der Druck auf die Muskulatur lies nach, die Kuppe war erreicht und dann das Schild mit dem Aufdruck „höchster Punkt“. Ein tolles Gefühl, hier angekommen zu sein. Jetzt hiess es den Puls runter zu bringen, die letzten Reserven für die letzten Kilometer sammeln. Nochmal einen Blick über die Höhenlagen des Thüringer Waldes, richtig geil war das. Und dann in die letzten Kilometer. Mit Ausnahme zweier kleiner Steigungen ging es nun leicht bergab Richtung Schmiedefeld. Jetzt, auf den letzten 7 Kilometern war die Zeit gekommen, nochmals etwas für die Zielzeit zu machen. Nun hiess es, die verlorene Zeit aus dem Anstieg auf 973m wieder rauszulaufen. Attacke lautete das Motto. Nun wurden die letzten Reserven mobilisiert. Mit Laufzeiten unter 6min/km ging es Richtung Ziel. Läufer um Läufer wurde jetzt überholt. Hier zeigte sich, wer seine Kraft richtig eingeteilt hatte. Hier entschied sich schlussendlich auch, ob die anvisierte Zielzeit erreicht wurde. Dann die letzten Meter, das Einbiegen auf die Zielgerade, das Klatschen der Zuschauer, die große Uhr über der Zielgeraden zeigte es schon von weitem an. Die Zielzeit ist reicht, was mich als „Flachlandläufer“ überglücklich machte. Mit 8:32Stunde ging es nach 72,7km und einer Tortur aus Steigungen, Gefällstrecken, schwierigem Laufuntergrund und über 750Meter Höhendifferenz über die Ziellinie. Auf diese letzten Meter, für das Glücksgefühl auf der Ziellinie, waren all die Trainingskilometer der vergangenen Monate ausgerichtet. Hier wurde abgerechnet und die Rechnung fiel für mich persönlich überaus positiv ausie gelaufenen Zeiten bei km18: 02:02:08 / km37,5: 04:19:29 / km54,7: 06:21:45 / km64: 07:36:03.

Laufwetter-1

das Wetter war der Hit, Petrus ist ein Läuferfreund!

Verpflegung-1

runter richtung Verpflegungspunkt

Weitblick-1

Weitblick, einfach toll trotz der Anstrengungen

Im Zielgebiet fand ich zunächst Maria wieder, die Freude strahlend von Ihrer Zielzeit von 2:20Std beim Halbmarathon berichtete, der schließlich auch über den letzten Teilbereich des UltraMarathons führte und den höchsten Punkte querte. Auch alle anderen WLT.Läufer glänzten mit persönlichen Bestzeiten und fanden sich nach und nach im Zielgebiet ein. Es gab viel zu erzählen und die Erkenntnis, dass der Rennsteig eine besondere Veranstaltung ist, die alles abverlangt und so viel den Läufern wieder gibt. Dazu top organisiert, auch wenn der Bereich „Ausgabe der Wechselbekleidung“ einer deutlichen Verbesserung bedarf. An den Verpflegungsstellen gab es immer aufmunternde Worte, immer ein Lächeln mit auf die nächsten Kilometer. Alles in allem eine echte Traditionsveranstaltung mit Kultcharakter.

Die Ergebnisse (Strecke, Laufzeit, Platz gesamt und AK - Platzierung)

  • Maria Schmitt: Halbmarathon 2:25:36 | 1294 | W45 - 271
  • Wolfgang Jürgens: UltraMarathon 7:32:59 | 316 | M45 - 77
  • Rudi Schmitdke: UltraMarathon 8:28:10 | 808 | M50 - 146
  • Fritz Rietkötter:  UltraMarathon 8:32:05 | 851 | M45 - 222
  • Ralf Lietz: UltraMarathon 8:55:18 | 1081 | M50 - 211
  • Alfred Schwarz: UltraMarathon 9:24:11 | 1303 | M50 - 264
  • Hartmut Kramer: UltraMarathon 9:23:23 | 1297 | M45 - 318

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höchster-1

der höchste Punkt beim Rennsteiglauf und der weiteste Blick

Waldblick

die Landschaft ist klasse

Laufbericht zur Teilnahme am Rennsteig UltraMarathon - von Fritz Rietkötter

Mit über 15.000 Läufern in den unterschiedlichen Wettbewerben feierte der Rennsteig – Lauf seine 38zigste Auflage und verlangte seinen Teilnehmern alles ab. Das dieser Lauf besondere Ansprüche an die Kondition und die Belastbarkeit stellt, sollte man sich vergegenwärtigen, bevor man hier startet. Wie stand es so passend auf einem Plakat im Ziel: Du bist nicht der Erste aber Du bist ein Sieger….

Das Erlebnis Rennsteig Lauf startete am Freitag gegen 17.30 Uhr. Erst noch ein Stückchen Kuchen und einen Kaffe bei Hans und dann ging es los. Sandra, Georg (unser Gastläufer aus Lohne) und Hans saßen gut gelaunt bei mir im Auto und so vergingen die 390km bis Eisenach wie im Flug. Nach einem kleinen Stau unterwegs kamen wir dennoch pünktlich um 21.01Uhr an und standen so noch gerade rechtzeitig vor dem Tisch der Startnummern – Ausgabe in Eisenach. Das Orga – Team wollte zwar gerade die Ausgabe schließen, lies uns aber doch noch rein und ersparte uns so am kommenden Morgen den Stress, die Unterlagen noch vor dem Start um 6Uhr abholen zu müssen. Anschließend Hotel beziehen, einen kleinen Salat im Hotelrestaurant essen und dann nichts wie ins Bett.

ReenGruppe

Pünktlich um 4:15Uhr klingelte nämlich der Wecker. Aufgrund der vielen Läufer war auch das Hotel mit dem Frühstück schon früh „auf den Beinen“. In Ruhe ein ausgedehntes Frühstück und dann die 5 Gehminuten zum Startbereich. Hier war bereits der Bär los. Zirka 2.000 UltraMarathonis standen auf dem historischen Marktplatz in Eisenach und bereiteten sich auf diesen Ultra mit seinen besonderen Herausforderungen vor. Irgendwie trafen wir Rudi, Alfred und viele bekannte Gesichter aus unserer Region und pünktlich um 6.00Uhr ging es schließlich auf die Strecke.

Zu diesem Zeitpunkt war der Himmel leicht Wolken verhangen, es gab um die 5Grad in Eisenach und ein leichter Wind schlich durch die Hänge. Das Wetter war ideal zum Laufen, kühlte den Körper aber immer wieder aus. Hoffte ich anfangs noch auf die angesagten ca. 12 - 15Grad, so zeigte sich schnell, dass das nichts würde. Besonders zerrte der immer wieder auffrischende kalte Wind an den Kräften. Die Muskeln kühlten ab, die Finger wurden unangenehm kalt und im ganzen Körper schlich trotz Anstrengung ein fröstelndes Gefühl umher. Die im Laufe des Tages immer wieder rauskommende Sonne wärmte zusammen mit den vielen Tees an den Versorgungsstellen den Körper immer wieder auf, das hielt aber meistens auch nur eine kurze Zeit. Vor allem, wenn es hoch oben bei um die 900 Meter durch die eine oder andere Nebelschwade ging, die neben kälte eben auch Feuchtigkeit für uns Läufer bereit hielt –echt unangenehm.

Zeitzeugen 2010 - vor dem Lauf...

Und dann die Strecke, die es in sich hatte. Schon nach den ersten 500 Metern, noch in Eisenach, kam der erste Berg und zeigte schon mal, was da noch auf uns warten sollte. Das Schild mit der Aufschrift „Nur noch 72km“ habe ich gepflissendlich übersehen und konzentrierte mich erst einmal auf meinen Laufrhythmus. Bis km25 sollte es kontinuierlich bergauf gehen, hin und wieder einige gerade Passagen zum Kräfte sammeln aber schlussendlich folgte ein Berg dem nächsten und diese Steigungen haben ihren Namen auch verdient. An vielen Steigungen war an laufen nicht ansatzweise zu denken und trotz der möglichst ruhigen Gangart hämmerte der Puls bis in die Ohren. Es war eben Rennsteig angesagt.

Und dann kam endlich die Marke km25. Bis hierher war der schwierigste Anstieg geschafft -hiess es, da scheinen einige aber die restlichen fast 50km vergessen zu haben… Kurz hinter km25 ging es steil bergab. Toll, erst den Berg über viele Kilometer raufgequält und dann innerhalb kürzester Zeit wieder runter. Hiervor warnte so mancher erfahrene Rennsteigläufer und beim Blick den Berg runter wusste ich auch, was gemeint war. Geröll, Äste, und Wurzeln ließen jeden Schritt zur konzentrierten Aufgabe werden. Das der Rennsteig streckenweise mit matschigen Passagen nicht geizte, verblasste bei diesem Teilstück. Irgendwie ging es dann halb rutschend, laufend, gehend und wie auch immer runter und weiter auf dem Steig.

km 25 - wer hier vorbei kommt ist ganz oben...

Blinder mit Führer, die wahren Sportler..

km 50, nur noch etwas mehr als Halbmarathon...

Bei km37,5 ein herrlicher Anblick. Aus dem Wald herauslaufend, auf ein kleines Tal zu, wo man unten eine Zeltstadt sehen konnte. Eine der hervor ragenden Verpflegungsstellen nahte. Hier gab es alles: belegte Brote mit Mett-/Leberwurst, Käse, Schmalz, Heidelbeerwürste, Heidelbeerschleim, Getränke Obst, Suppe. Ich kam aus dem Essen gar nicht mehr raus. Ein Läufer lächelt rüber und meinte, da kommt noch mehr! War mir aber egal, es schmeckte bestens. Gut gestärkt ging es weiter. Wieder ein Berg wieder ein Gefälle, der Puls hatte sich eingependelt, der Laufrhythmus war da und so ging es Kilometer um Kilometer durch den Thüringer Wald. Herrliche Ausblicke in die weiten Täler, gerahmt von Bergen mit dem hellen Frühlingsgrün der Bäume. Dann wieder dunkel Fichtenwälder, durch die streckenweise sogar etwas Sonnenlicht viel. In Oberhof noch etwas Schnee in einer Senke, dazu jede Menge Vogelgezwitscher und Natur pur. Die Strecke und die Aussichten sind der Hit.

Höhe Oberhof, wo ich mich fragte, ob es eigentlich irgend eine Stelle am Körper gab, die nicht schmerzte, dann ein Schild, dass motivierte: Auf einer Strecke mit Olympiasiegern und Weltmeistern. Wir waren auf der Biathlonstrecke und ich dachte bei mir: die sollen mal froh sein, das die auf unserer UltraMarathon - Strecke Skifahren dürfen… Und immer wieder die unebenen Wege, die den Laufrhythmus immer wieder durcheinander brachten. Ab km60 wurde es dann besser. Zwar gab es immer wieder Steigungen aber der Weg war fest und die Laufzeit je 10km wurde auch wieder besser. Kurz vor Ziel Schmiedefeld konnte man dann vom Berg aus ins Zielgebiet schauen. Diesen Weg noch, dachte ich und dann hast Du es geschafft. Doch der Weg wurde im Kopf länger und länger, von weitem hörte man die Lautsprecher aus dem Zielgebiet aber irgendwie kam man diesem nicht näher… Dann ein Schild mit der Aufschrift: noch 1.006Meter und nun war klar, gleich ist es geschafft. Auf der Ziellinie dann dieses immer wieder tolle Gefühl, es geschafft zu haben. In 8:34 Stunden den inneren Schweinehund und die Schmerzen besiegt zu haben und zu wissen, dass die Herausforderungen bestanden wurden.

Volksfeststimmung..

so sehen Sieger aus..

Zielbereich Schmiedefeld für fast 15.000 Läufer..

Und dann folgte, nach Dusche und reichlich flüssiger wie fester Nahrung, der gemütliche Teil der Veranstaltung! Rudi hatte uns einen Tisch im Festzelt frei gehalten und versprochen, dass hier die Post abgehen sollte. Und so kam es auch… Ein riesiges Zelt voller Läufer und deren Begleitungen feierte, wie man es nach einem solchen Lauf und bei so manchem Volksfest nicht erahnen würde. Erst sorgte die Mühlhauser Drumband für Stimmung, anschließend ging die Luzi ab mit Partyband und Alleinunterhalter im Wechsel. Dass ein ganzes Zelt zu Schneewalzer, „hoch auf dem gelben Wagen“, Howard Carpendale / - Udo Jürgens – Leider auf den Tischen tanzen, schunkeln und singen würde, glaubt niemand, der nicht dabei war. Die Schmerzen der Rennsteig – Tortur waren wie weg geblasen, die Biere schmeckten und die Stimmung schien eine Rennsteig – Steigung nach der anderem im Sturm zu nehmen. Was für ein Event… Die anschließenden 75km zurück von Schmiedefeld nach Eisenach ging es dann in dem schon vor einer Woche organisierten Taxi. Selbst das hat problemlos funktioniert.

Um den Muskelkater des nächsten Tages mit Bewegung zu begegnen, ging es am Sonntag vor der Heimreise noch auf die Wartburg zum Sightseeing. Das zu diesem Weltkulturerbe der UNESCO die eine oder andere Stufe zu nehmen war schien klar, brachte auch immer wieder die Erkenntnis mit sich: da müssen wir auch wieder runter…

Als Fazit bleibt fest zu halten, dass der Rennsteig Lauf eine außergewöhnliche Veranstaltung ist. Top organisiert, mit super tollen Strecken und einer riesen After – Run – Party. Wenn selbst beim Marathon im Startbereich vor dem Lauf über 5.000 Läufer den Schneewalzer tanzen, dann sagt das alles über dieses Event aus. Auch wenn die körperliche Belastung auf keinen Fall zu unterschätzen ist, so ist mir eines klar: ich werde wieder kommen!

Zeiten:

  • Rudi Schmidtke 7:56
  • Fritz Rietkötter 8:34 --Zeit alle10km:  km10 1:08  km20 1:12  km30 1:13  km40 1:08  km50 1:14  km60 1:11 km70 1:12  2,7km 0:16 Std.
  • Alfred Schwarz 8:38
  • Hans Kürbis 9:23
  • Sandra Kürbis – Edzards 9:49

 

… und wenn ich einen Blick in unser WLT.Gästebuch der Homepage werfe, dann freue ich mich, dass es auch unserem Gast gut gefallen hat. Sein Kommentar zu unserer Fahrt:

Kommentar: Hut ab !
Ich habe an diesem Wochenende ein paar von euch kennengelernt. Sandra, Hans und Fritz. Ihr habt eine tolle Gemeinschaft und klasse Mitglieder. Als Lohner Junge hatte ich einfach telefoniert und Fritz gefragt, ob ihr mich mitnehmen würdet. Keiner kannte mich. Die Antwort war - klar machen wir -. Es war ein tolles Wochenende, Quasi ein Triathlon, Fliegen-Laufen-Party.

Die Hinfahrt: nur fliegen ist schöner. Der Lauf war brutal hart, mit etlichen Höhenmetern. Die Party war das Beste, was ich in diesem Jahr erlebt habe! Auf den Bänken stehen und schunkeln und tanzen nach Liedern wie z.B. Hoch auf dem gelben Wagen. Der Hammer!
Kurz gesagt: Sandra, Hans und Fritz es war echt irre und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das wird noch sehr lange in meinem Kopf bleiben, ich wünsche euch alles Gute! Gruß Georg

 

Party in Schmiedefeld

Das zieht alle mit....

 

 

 

 

Hier geht es zum Video der Läuferparty auf YouTube:

Schneewalzer (1:10Min)

Schuhplattler auf dem Rennsteig (1:29Min)

 

 

 

 

 

 

Die Wartburg - Weltkulturerbe der UNESCO

Hoch über Eisenach gelegen mit herrlichen Blick in die Ferne!

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